Experten gewinnen mit Zeitwertkonten

Erfolgreiche Personalsuche durch Angebot von Lebensarbeitszeitkonten
(von Alexander Struß *)

Den Wettbewerb hatte er gewonnen! Soeben war der Arbeitsvertrag unterzeichnet worden. Andreas Notharp[1] war glücklich, zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben. Es ging hier zwar nicht um einen millionenteuren Fußballstar, aber doch eine für ihn und sein Unternehmen äußerst wichtige Person.

Ein halbes Jahr zuvor hatte der Leiter des Teams für die Produktentwicklung angekündigt, dass er demnächst in den wohlverdienten Ruhestand wechseln würde. Ein Nachfolger musste so schnell wie möglich gefunden werden, um ihn noch von seinem Vorgänger einarbeiten lassen zu können und eine geordnete Übergabe zu gewährleisten. Es sollte kein Know How verloren gehen und die Betriebsabläufe durch den Wechsel nicht gestört werden.

Die Suche nach einem Nachfolger war nicht einfach. Qualifizierte Fachkräfte – in diesem Fall ein System-Ingenieur im Automotive-Bereich – sind als Folge des demographischen Wandels rar. Die Nachfrage ist erheblich größer als das Angebot, weswegen auf dem herkömmlichen Weg einer Anzeigenschaltung manchmal gar keine Bewerbungen mehr eingehen. In Zeiten des immer stärker ansteigenden Fachkräftemangels ändern sich die Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt: nicht der Arbeitgeber allein stellt mehr die Bedingungen für den Abschluss eines Arbeitsvertrages (Stellenangebot) sondern der potentielle Arbeitnehmer ebenfalls.

Um in dem voraussehbaren Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte gut gerüstet zu sein, hatte sich Andreas Notharp jedoch rechtzeitig kundig gemacht und darauf vorbereitet. Zunächst einmal war zu ermitteln, was junge Leute heutzutage für eine Erwartungshaltung bezüglich ihrer Arbeit haben. Früher standen ein hohes Gehalt und ein möglichst großer Dienstwagen ganz oben auf der Prioritätenliste. Das hat sich allerdings deutlich geändert. Heute stehen auf den vorderen Rängen Freizeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Wie kann man diese Wünsche der Bewerber erfüllen? Frühzeitig ließ sich Andreas Notharp von den Spezialisten von audalis beraten. Als Lösungsmöglichkeit zur Steigerung der Attraktivität seines Unternehmens wurde ihm die Einrichtung von Zeitwertkonten (auch als Arbeitszeitkonten oder Lebensarbeitszeitkonten bezeichnet) empfohlen. Er stellte sich zunächst die Frage, was das bitte genau sein soll – ein Lebensarbeitszeitkonto oder Zeitwertkonto.

Bei einem Zeitwertkonto handelt es sich um ein Arbeitszeitkonto, auf dem der Arbeitnehmer nach eigenen Wünschen ein Wertguthaben aufbauen kann. Dies geschieht durch Einbringung von z.B. Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Gratifikationen, Überstunden oder auch eines Teils seiner laufenden Vergütung auf das Zeitwertkonto. Das Ansparen auf dem Arbeitszeitkonto erfolgt in der Einbringungsphase steuer- und sozialversicherungsfrei, so dass nicht der Netto- sondern der Bruttobetrag (inkl. Steuern und Sozialabgaben) zu Gunsten des Arbeitnehmers verzinst werden kann, was auf lange Zeit einen erheblichen Mehrwert ausmacht.

Das auf dem Zeitwertkonto angesparte Wertguthaben wird – gesetzlich vorgeschrieben –abgesichert (Insolvenzsicherung) und ist auch auf neue Arbeitgeber übertragbar. Dieses Wertguthaben kann dann später entweder für Unterbrechungen der Arbeit (Kinderbetreuung, Sabbatical) oder für einen vorzeitigen Übergang in den Ruhestand verwendet werden (deswegen auch „Lebensarbeitszeitkonto“). Der Arbeitnehmer kann sich mittels eines Freistellungsrechners ausrechnen lassen, was er konkret in das Arbeitszeitkonto einbringen muss, um eine gewisse bezahlte Freistellungszeit bei voller Sozialversicherung zu erreichen.

Andreas Notharp überlegte nicht lange und richtete gemeinsam mit den Beratern von audalis die Möglichkeit zur Führung von Lebensarbeitszeitkonten ein. Die Implementierung, Verwaltung und Insolvenzsicherung der Wertguthaben wurde vollständig von audalis übernommen, so dass seinem Unternehmen kein weiterer Verwaltungsaufwand entstand.

Dieses Angebot des Arbeitgebers – schon in der Stellenbeschreibung platziert – machte dann den maßgeblichen Unterschied. Nicht nur, dass Andreas Notharp nicht lange suchen musste sondern erfreulicherweise gleich einige sehr qualifizierte Bewerber einladen konnte. In den Bewerbungsgesprächen wurde ihm auch immer wieder bestätigt, dass insbesondere die Möglichkeit, seine Lebensplanung mittels Zeitwertkonto flexibel gestalten zu können, das besondere Interesse der Bewerber geweckt hatte. Im Ergebnis fand er mittels des angebotenen Lebensarbeitszeitkontos einen geeigneten Nachfolgekandidaten innerhalb der gewünschten Zeit. Dieser erste gewonnene Wettbewerb erfreut Andreas Notharp besonders, da er nun Gewissheit hat, dass sein Unternehmen mit Zeitwertkonten für die Zukunft gut aufgestellt ist und sich die Implementierung von derartigen Arbeitszeitkonten sowohl für die Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber lohnt. Er kann daher die Einrichtung von Lebensarbeitszeiten nebst Insolvenzsicherung der „Mehr-Wertguthaben“ für alle Unternehmen nur wärmstens empfehlen.

[1] Name aus Gründen des Datenschutzes geändert


*Alexander Struß ist Partner in der Kanzlei audalis Schick Struß & Partner – Rechtsanwälte und seit über zehn Jahren bundesweit erfolgreich als Berater und Treuhänder für alle Formen von Zeitwertkonten tätig.